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Thermografie PV Flachdach: Inspektion gewerblicher Dachanlagen

Gewerbliche Flachdachanlagen sind die häufigste PV-Anlagenklasse in Deutschland – von der 50-kWp-Logistikhalle bis zum 2-MWp-Industriedach. Trotz ihrer Verbreitung weisen Flachdachanlagen spezifische Inspektionsherausforderungen auf: Aufständerungssysteme, Dachaufbauten, Lichtkuppeln und die begrenzte Zugänglichkeit für Bodenpersonal. Dieser Artikel erklärt was bei der thermografischen Inspektion von PV-Flachdachanlagen zu beachten ist.

Flachdach-PV: Der Standard im Gewerbe

Über 60 % der gewerblichen PV-Installationen in Deutschland befinden sich auf Flachdächern. Logistikzentren, Produktionshallen, Supermärkte und Bürogebäude bieten große zusammenhängende Dachflächen die ideal für PV-Systeme sind. Anlagengrößen zwischen 50 kWp und 2.000 kWp sind typisch, wobei ab ca. 200 kWp die Drohnen-Thermografie besonders wirtschaftlich wird.

Flachdachanlagen haben gegenüber geneigten Dachanlagen und Freiflächenanlagen besondere Charakteristika: Die Module sind in der Regel aufgeständert (Neigungswinkel 10–15°) und liegen nicht direkt auf der Dachfläche. Dies hat Vor- und Nachteile für die Inspektion.

Aufständerungssysteme und ihre Besonderheiten

Auf Flachdächern werden Module auf Aufständerungen montiert die entweder mit Ballastgewichten (häufig) oder mit Dachdurchdringungen befestigt sind. Die Aufständerung bestimmt den Neigungswinkel und damit auch die thermografische Zugänglichkeit. Bei Ost-West-Aufständerungen sind die Module senkrecht zum Dach geneigt – hier ist der Drohnenflugwinkel für die IR-Kamera anders zu kalkulieren als bei südausgerichteten Systemen.

Ballastierte Systeme ohne Dachdurchdringung sind für die Thermografie unkritisch. Bei durchdringenden Befestigungen kann Feuchtigkeit an den Befestigungspunkten eintreten und zu Korrosion an der Unterkonstruktion führen – ein thermografisch erfassbares Signal wenn die Feuchtigkeit elektrische Verbindungen beeinträchtigt.

Dachaufbauten und Hindernisse

Gewerbliche Flachdächer sind selten frei von Aufbauten. RLT-Anlagen (Raumlufttechnik), Kühlaggregate, Lüftungsschächte, Lichtkuppeln und Wartungswege unterbrechen die PV-Fläche und schaffen Verschattungsquellen. Diese Hindernisse müssen bei der Flugplanung berücksichtigt werden – sowohl für die vollständige Abdeckung aller Module als auch für die Sicherheit des Drohnenflugs.

Besonderes Augenmerk gilt thermisch aktiven Dachaufbauten: Ein Kühlaggregat das Wärme abstrahlt, kann benachbarte Module beeinflussen und im Thermogramm falsche Hotspot-Signale erzeugen. Erfahrene Thermografen können solche Umgebungseffekte von echten Moduldefekten unterscheiden.

Drohnenbefliegung auf Flachdächern

Bei der Drohnenbefliegung von Flachdachanlagen in urbanen Gebieten sind Sicherheitsaspekte besonders zu beachten. Flachdächer befinden sich in der Regel in der Nähe anderer Gebäude, Straßen und möglicherweise in der Nähe von kontrollierten Lufträumen. Vor jedem Einsatz prüfen wir die geltenden Luftraumbeschränkungen und beantragen ggf. notwendige Genehmigungen.

Ein Vorteil von Flachdächern: Die geringe Bauhöhe der Module (typisch 2–4 m über Dachfläche) ermöglicht einen engen Drohnenflugabstand für hochauflösende IR-Aufnahmen. Dies erhöht die Detailauflösung der Thermogramme im Vergleich zu Freiflächenanlagen die von größerer Höhe beflogen werden.

BOS-Komponenten auf Flachdächern

Auf Flachdächern sind die BOS-Komponenten häufig in Dachaufbauten, Technikräumen oder in wetterfesten Gehäusen direkt auf dem Dach untergebracht. Wechselrichter in Technikräumen sind mit der Handkamera durch die Tür erreichbar. Bei Outdoor-Wechselrichtern und DC-Anschlusskästen auf dem Dach prüfen wir thermografisch auf Überhitzungen die durch Strahlungswärme vom Dachuntergrund begünstigt werden können.

Flachdachgebäude sind oft mit einem Blitzschutzsystem ausgestattet das in die PV-Anlage integriert sein muss. Überspannungsschutzgeräte die durch Blitzereignisse beschädigt wurden, zeigen sich im Thermogramm als auffällige Wärmequellen – ein häufiger Befund bei Flachdachanlagen in süddeutschen Gewittertälern.

Reinigung und Wartung auf Flachdächern

Flachdachanlagen neigen stärker zur Verschmutzung als geneigte Anlagen, da der flachere Neigungswinkel (10–15°) den Regenabfluss reduziert. Vogelkot, Laub und Feinstaub aus nahegelegenen Industriestandorten akkumulieren auf den Modulen. Die Thermografie erkennt Verschmutzungsmuster als lokale Hotspots und gibt damit eine objektive Grundlage für die Reinigungsentscheidung.

Reinigungsarbeiten auf Flachdächern erfordern Absturzsicherung und entsprechende Begehkonzepte. Die Thermografie-Inspektion ist dagegen ohne Betreten des Dachs durch Personal möglich – die Drohne übernimmt die Inspektion kontaktlos und betriebsunterbrechungsfrei.

Typische Schäden bei Flachdachanlagen

Bei gewerblichen Flachdachanlagen finden wir im Vergleich zu Freiflächenanlagen häufiger: Hotspots durch Vogelkotbeschmutzung auf einzelnen Modulen, Steckverbindungsdefekte durch UV-Degradation der Kabelmäntel (besonders bei Altanlagen ohne Hochtemperatur-Kabel), Bypass-Dioden-Fehler in Modulen die durch Teilverschattung von Dachaufbauten dauerbelastet werden sowie Wechselrichter-Überhitzungen durch mangelnde Belüftung in geschlossenen Technikräumen.

Vorteile der Thermografie vs. Sichtprüfung

Die Sichtprüfung einer gewerblichen Flachdachanlage erfordert das Betreten des Dachs, Absturzsicherung und erheblichen Zeitaufwand. Für eine 500-kWp-Anlage mit 1.200 Modulen dauert eine gründliche manuelle Sichtprüfung 1–2 Tage. Die Drohnen-Thermografie prüft dieselbe Anlage vollständig in 2–4 Stunden und liefert dabei ein normkonformes Dokument mit georeferenzierten Befunden – während die Anlage in Betrieb bleibt.

Häufige Fragen

Muss das Dach für die Thermografie-Inspektion betreten werden?

Nein. Die Drohnen-Thermografie erfolgt vollständig kontaktlos von der Luft. Nur für die Handthermografie der BOS-Komponenten ist ggf. Zugang zum Technikraum oder zu Outdoor-Komponenten auf dem Dach notwendig.

Können Dachaufbauten die Ergebnisse verfälschen?

Thermisch aktive Dachaufbauten wie Kühlaggregate können benachbarte Module beeinflussen. Erfahrene Thermografen erkennen solche Umgebungseffekte und grenzen sie von echten Moduldefekten ab.

Ab welcher Anlagengröße lohnt sich die Drohnen-Thermografie?

Ab ca. 50 kWp (ca. 120 Module) ist die Drohnen-Thermografie wirtschaftlich sinnvoll. Bei kleineren Dachanlagen kann die Handthermografie direkter sein.

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